AusschreibungsRadar — Verfahrensauszug

Erstellt am 23.04.2026 13:40 · Quelle: https://ausschreibungsradar.com/ausschreibung/20200048/

Tiefbauarbeiten im Landkreis Goslar (Niedersachsen): Anlage von Ortbetongewässer als Amphibien-Artenschutzmaßnahme

Notice-ID: 20200048

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Stammdaten

Auftraggeber
NABU Niedersachsen - LIFE BOVAR (LIFE/NAT/DE/000660)
Veröffentlicht
19.06.2023
Notice-Typ
Ausschreibung
Verfahrensart
Öffentliche Ausschreibung (national)
CPV-Code
45 — Bauleistungen
Branche
Bauwesen & Infrastruktur
Rechtsgrundlage
VOB (Bauleistungen)

Beschreibung

Die im Rahmen des vom NABU Niedersachsen durchgeführtenProjektes LIFE BOVAR vorgesehenen Maßnahmen für die Kreuzkröte auf der Fläche Probsteiburg im Landkreis Goslar umfassen 3 Gewässerkomplexe mit insgesamt 7 regenwassergespeisten temporären Ortbetongewässern als Laichhabitate. Diese Gewässer sollen eine maximale Tiefe von ca. 30-50cm sowie jeweils eine Oberfläche von ca. 9-25m² aufweisen. Die Wasserhaltung innerhalb der angelegten Gewässermulden soll hierbei durch das Einbringen einer abdichtenden, synthetischen Schicht gewährleistet werden, welche zum Schutz vor UV-Strahlung und mechanischer Beschädigung mit einer Schicht aus Beton ausgekleidet werden soll. Durch das Überlagern dieser Betonschicht mit autochthonem Material soll im Endzustand nichts mehr von dem künstlichen Eingriff erkennbar sein. Gleichzeitig erlaubt diese abdichtende Schicht das Einbringen eines Ablasses, wodurch die Möglichkeiten zum Gewässermanagement für Pionierarten wie die Kreuzkröte drastisch verbessert werden. Die Gewässer sollen zur Regulierung von Prädatoren und Konkurrenten periodisch abgelassen werden. Das Problem des „alternden“ und damit sanierungsbedürftigen Gewässers fällt somit weitgehend weg. Konstruktionsbedingt sollten diese Gewässer sehr langlebig sein, womit auf der Fläche für Jahrzehnte eine erfolgreiche Reproduktion der Kreuzkröte mit überschaubarem Management möglich wird. Der Aufbau der Abdichtung ist wie folgt: Die Gewässermulde wird mit einem zusätzlichen Puffer von ca. 35cm ausgehoben und in die gewünschte Form gebracht. Dann wird sie mit einer ca. 10cm dicken Schicht Sand ausgekleidet, um die Folie vor Beschädigungen aus dem Untergrund zu schützen. Es folgt ein Schutzvlies sowie eine mindestens 1,5 mm dicke EPDM-Abdichtungsfolie aus synthetischem Kautschuk. Mit dieser Folie soll ein Ablauf am tiefsten Punkt des Gewässers verschweißt werden, über den das Gewässer mithilfe eines Schiebers in eine Drainageschicht (hier ggf. aufgrund des kiesigen Substrats nicht nötig) abgelassen werden kann. Auf die Folie folgt ein Schutzvlies und darauf eine mindestens 10cm dicke Schicht eines Faserbetongemisches (Anforderungen an den Beton siehe Leistungsverzeichnis), welche die Folie vor Beschädigungen und UV-Strahlung schützt. Diese Betonschicht wird nach Aushärten mit einer dünnen (ca. 10cm) Abdeckung mit nährstoffarmem autochthonem Material (in diesem Fall feinkörnigem Kies der beim Aushub der Mulden anfällt)kaschiert, so dass sich das Gewässer auf natürliche Weise in die Umgebung einfügt. Steinschüttungen und einzelne Steine im Uferbereich und innerhalb des Gewässers sollen zum Schutz der adulten Kröten sowie der Larven vor Prädation durch beispielsweise den Waschbären und Vögel dienen. Gewässer dieses Typs haben sich für die Kreuzkröte in der Vergangenheit bewiesen, sie sind aufgrund des geringen Unterhaltungsaufwands und der langfristigen Eignung als Laichgewässer insbesondere in Gebieten mit schlecht zu verdichtenden Böden das Mittel der Wahl. Artenschutz, Amphibien, Gewässer, Betongewässer, Ortbeton, technogen, Kreuzkröte

Vergabe-Status

Vergabe-Status
Vergabeergebnis liegt uns nicht vor
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