AusschreibungsRadar — Verfahrensauszug

Erstellt am 24.04.2026 22:04 · Quelle: https://ausschreibungsradar.com/ausschreibung/21578802/

Regionalökonomische Studie

Notice-ID: 21578802

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Stammdaten

Auftraggeber
Gemeinde Wiedemar
Veröffentlicht
13.02.2024
Notice-Typ
Ausschreibung
Verfahrensart
Öffentliche Ausschreibung (national)
CPV-Code
50 — Reparatur und Instandhaltung
Branche
Beratung & Dienstleistungen
Rechtsgrundlage
VOL (Lieferungen/DL)

Beschreibung

a) Zur Angebotsabgabe auffordernde Stelle: Name des Auftraggebers: Gemeinde Wiedemar; Bereich/Abteilung: Hauptamt; Straße, Hausnummer: Kyhnaer Hauptstraße 29; Postleitzahl: 04509; Ort: Wiedemar; Land: Deutschland; E-Mail: hauptamt@wiedemar.de; Telefonnummer: +49 342023750; Fax: +49 3420263904; Internetadresse: www.wiedemar.de; Den Zuschlag erteilende Stelle: s.o.; Stelle, bei der die Angebote oder Teilnahmeanträge einzureichen sind: s.o. b) Vergabeart: Öffentliche Ausschreibung c) Form, in der Teilnahmeanträge oder Angebote einzureichen sind: Angebote können schriftlich oder elektronisch abgegeben werden; Anschrift, an die die Angebote elektronisch zu übermitteln sind: www.evergabe.de d) Art und Umfang der Leistung: Ausgangssituation Deutschland und Europa stehen vor einer Dekade des Strukturwandels. Grundlegende Innovationen in den für Wirtschaft und Gesellschaft maßgeblichen drei Infrastrukturbereichen Energie, Mobilität und Kommunikation können dafür als Ursache und Treiber gelten. Der Ausstieg aus der Kohleverstromung in Deutschland bis 2038 beschleunigt den allgemeinen Strukturwandel im Freistaat Sachsen in seinen Braunkohlerevieren zusätzlich. Für den Freistaat Sachsen und die Gemeinden in den Braunkohleregionen bietet der Strukturwandel Chancen und Risiken. Als Industrieland mit Tradition, exzellenten Wissenschaftseinrichtungen und vielfältiger Wirtschaftsstruktur verfügt der Freistaat grundsätzlich über eine sehr gute Ausgangsposition, um die Chancen aus dem Strukturwandel zu nutzen. Eine zentrale Herausforderung für einen gelingenden Strukturwandel ist die Bereitstellung von planungsrechtlich und infrastrukturell erschlossenen Flächen zur Verstärkung vorhandener oder die Ansiedlung neuer Wertschöpfungsketten. Im Fokus stehen Zukunftsindustrien wie Mikroelektronik, Wasserstoffwirtschaft oder klimaneutrale Elektro-Chemie. Dies bekräftigt eine Markteinschätzung des SMWA zur Nachfrage nach großflächigen Industriegebieten. Vor diesem Hintergrund forciert die sächsische Staatsregierung die Entwicklung von Industrie- und Gewerbeflächen. Dazu gehören insbesondere auch Flächen in der Gemeinde Wiedemar in Nordsachsen. Im Rahmen eines Bauleitverfahrens soll dort ein Plangebiet in einer Größe von etwa 400 ha als Industrievorsorgegebiet ausgewiesen werden. Heute werden die Flächen vorrangig landwirtschaftlich genutzt. Mit dem Vorhaben unterstützt der Freistaat die Entwicklung in und um Wiedemar zu einer wirtschaftsstarken und lebenswerten Vorzeigeregion und verschafft sich ein Alleinstellungsmerkmal in Deutschland im Standortwettbewerb um Zukunftstechnologien. Mit einem Industrievorsorgegebiet in der Gemeinde Wiedemar eröffnet sich für die Gemeinde und den Freistaat Sachsen die Möglichkeit, den Standort mit vorausschauender Planung optimal für zukunftsweisende Nutzung zu positionieren und zugleich eine Ansiedlung in hohem Maße selbst gestalten zu können. Dieses Mitspracherecht steht auch den Bürgerinnen und Bürgern. Die Entscheidung über einen B-Plan für das Industrievorsorgegebiet soll auf Basis eines Bürgerentscheid erfolgen. Zielstellung Vor diesem Hintergrund und als einen Teil der Entscheidungsunterlagen soll eine Studie wissenschaftlich fundierte Daten zu den zu erwartenden ökonomischen Auswirkungen einer Großansiedlung liefern, am Beispiel einer exemplarisch gewählten industriellen Produktionsstätte. Insbesondere sollen die Wertschöpfung, neu geschaffene Arbeitsplätze und fiskalische Effekte bzw. das Steueraufkommen in der Gemeinde, im Landkreis und der Region analysiert werden. Wo möglich sollen aus den exemplarischen Betrachtungen auch verallgemeinernde Schlussfolgerungen für die ökonomischen Effekte einer industriellen Großansiedlung getroffen werden. Die Ergebnisse der Studie soll auf zugängliche, verständliche Weise dargestellt, grafisch aufbereitet und in ihrer Bedeutung erläutert werden. Damit soll ein Instrument der strategischen Projektkommunikation entstehen, welches die wesentlichen Planungsprämissen berücksichtigt, und weitere Argumente für den Entscheidungsfindungsprozess liefert. Die Ergebnisse sollen als Diskussionsimpulse in die Entscheidungsfindung einfließen. Nicht zuletzt soll die ökonomische Modellierung einer Großansiedlung dazu beitragen, zusätzliche Handlungsoptionen und Entscheidungskriterien zu identifizieren, welche aus Sicht der Bürgerinnen und Bürger sowie der Gemeinde im Zuge der Planung berücksichtigt werden sollten. Dementsprechend können und sollen die Ergebnisse der Studie in den Prozess zur Entwicklung eines Gemeindeentwicklungsprozesses einfließen, der im Jahr 2024 im Auftrag der Gemeinde Wiedemar durchgeführt wird. Zur Planung und Durchführung der regional-ökonomischen Studie (nachfolgend Initial-Studie) sucht die Gemeinde Wiedemar ein Auftragnehmer, der über die notwendige wissenschaftliche Kompetenz und ausreichende Anwendungserfahrung verfügt. (nachfolgend kurz Dienstleister bzw. Auftragnehmer (AN)). Die Dienstleistung soll im Auftrag der Gemeinde Wiedemar erbracht werden (nachfolgend Auftraggeber (AG)). Für die Durchführung der Initial-Studie ist ein Zeitraum von 2 Monate geplant. Von dem Dienstleister wird erwartet, dass er nach Abschluss der Initial-Studie auch für die öffentliche Darstellung der Ergebnisse zur Verfügung steht, z.B. im Rahmen öffentlicher Dialogveranstaltungen. Als Beginn der Studiendurchführung ist der 08.03.2024 geplant. 1. Leistungsbestandteile Auswahl einer beispielhaften Großansiedlung Dieses Arbeitspaket soll ex ante die ökonomischen Effekte der Ansiedlung eines großen Unternehmens im Industrievorsorgegebiet Wiedemar modellieren und analysieren. Ein hypothetisches Beispiel einer mit dem Auftragnehmer festzulegenden Branche steht zwecks Veranschaulichung und Verständlichkeit der Studie exemplarisch für die in Betracht kommenden Branchen. Im ersten, vorbereitenden Arbeitsschritt soll die Großansiedlung mit dem Auftragnehmer in ihrer Branche bestimmt und für die Analyse quantifiziert werden. Dabei sind die grundlegenden Planungsprämissen für das B-Planverfahren maßgeblich (Mikroelektronik). Jedoch kann auch im begründeten Fall eine andere Zukunftsindustrie für die Modellierung ausgewählt werden. Modellierung und Kennzahlen Im Fokus der Analyse sollen unter anderem die Recherche und Definition von Kennzahlen wie dem Investitionsvolumen und dessen Verwendungen, den benötigten Vorleistungen und den branchentypischen Beschäftigungsprofilen stehen. Hier, wie auch im gesamten Verlauf der Studie, ist zwischen der Investitionsphase mit der Bautätigkeit und Einrichtung sowie der anschließenden, langfristigen Betriebsphase zu differenzieren, um eine Zuordnung und Abgrenzung der wirtschaftlichen Aktivitäten zu ermöglichen. Die Phasen der Ansiedlung umfassen typischerweise jeweils zahlreiche Elemente wie Anlagen, Materialien und Dienstleistungen, die zu berücksichtigen sind. Die ökonomischen Effekte soll aufgrund der Unsicherheiten und methodischen Beschränkungen sowohl für Wiedemar als auch für Sachsen und darüber hinaus konservativ geschätzt werden. Insofern Hintergrundinformationen zu spezialisierten Vorleistungen zugänglich sind, soll diese in der Studie berücksichtigt und ihr Beitrag entsprechend gekennzeichnet. Der Auftragnehmer soll die eingesetzten Input-Output-Modell, die zur Abschätzung der ökonomischen Effekte der Großansiedlung eingesetzt werden transparent machen. Im Ergebnis wird erwartet, das entstehende Wertschöpfung und Beschäftigung auf Ebene der Landkreise aufgezeigt und begründet werden kann. Über die direkten Effekte hinaus sollen auch die indirekten Effekte berechnet werden. Unter indirekten Effekten werden Effekte in vorgelagerten Wirtschaftszweigen verstanden, etwa durch Nachfrage des neuen Standortes sowie den dort beschäftigten Personen nach Vorleistungen für den Betrieb bzw. Waren und Dienstleistungen für ihr tägliches Leben. Die Modellierung dieser Effekte sollte nach Wirtschaftszweigen differenziert und regionalisiert erfolgen. Zur Abschätzung der erwarteten fiskalischen Effekte sollen insbesondere die Grunderwerbsteuer, die Einkommensteuer der Beschäftigten und die Gewerbesteuer untersucht werden. Diese Modellierung sollte auf Basis der nach Landkreisen regionalisiert berechneten indirekten und induzierten Wertschöpfung erfolgen, damit Zulieferbetriebe der Fertigungsindustrie und durch Ausgaben der Angestellten entstehende Steuern erfasst und kommunizieren werden können, als Teil des Nutzenversprechen der Ansiedlung für die örtliche Bevölkerung. Wo methodisch vertretbar, soll die Übertragbarkeit der Studienergebnisse auf Ansiedlungen von Unternehmen anderer Branchen aufgezeigt werden. Berichterstattung Im Ergebnis wird ein Bericht der Initial-Studie erwartet, in welchem das Vorgehen und die Resultate zugänglich dargestellt und erläutert werden. Der Auftragnehmer erklärt sich bereit, die Studienergebnisse gegenüber wichtigen Stakeholdern wie den Mitgliedern des Gemeinderates, Vertretern des Freistaates und insbesondere gegenüber der Öffentlichkeit, z.B. in einer Dialog-Veranstaltung zu erläutern. 2. Zusammenarbeit Konzeption, Umsetzung und Kommunikation der Initial-Studie erfordern eine dauerhafte und vertrauensbasierte Zusammenarbeit von Auftragnehmer und Auftraggeber. Hierzu stimmen sich Auftragnehmer und Auftraggeber regelmäßig ab. Der Auftraggeber bezieht auch wichtige Stakeholder auf Ebene des Freistaates in die Zusammenarbeit ein.; Orte der Leistungserbringung: Offizielle Bezeichnung: Gemeinde Wiedemar; Straße, Hausnummer: Kyhnaer Hauptstraße 29; Postleitzahl: 04509; Ort: Wiedemar; Land: Deutschland e) Ggf. Anzahl, Größe und Art der einzelnen Lose: entfällt, da keine losweise Vergabe f) Nebenangebote sind nicht zugelassen g) Ausführungsfrist: Beginn: 08.03.2024; Ende: 31.08.2024; Details siehe Ausschreibungsunterlagen. h) Die Vergabeunterlagen werden auf der Vergabeplattform evergabe.de bereitgestellt. i) Angebotsfrist: 25.02.2024, 23:59 Uhr; Bindefrist: 31.03.2024 j) Höhe etwa geforderter Sicherheitsleistungen: nicht angegeben k) Wesentliche Zahlungsbedingungen oder Angabe der Unterlagen, in denen sie enthalten sind: Der Auftragnehmer stellt nach Abschluss der Leistung die Rechnung an den Auftraggeber. Die Vergütung erfolgt nachträglich per Banküberweisung auf das vom Auftragnehmer bekanntgegebene inländische Bankkonto. l) Mit dem Angebot oder dem Teilnahmeantrag vorzulegenden Unterlagen, die die Auftraggeber für die Beurteilung der Eignung des Bewerbers oder Bieters verlangen: • Angabe von (mindestens) 3 Referenzen, die für einen Vergleich mit den hier ausgeschriebenen Dienstleistungen geeignet sind. Davon 1 Referenz mit einem regionalen Bezug in Sachsen. • Angaben zum Umsatz in den letzten drei Geschäftsjahren bzw. in den letzten 3 vergleichbaren Geschäftsjahren vor Beginn der COVID-Pandemie. • Nachweis der Eintragung im Berufs- oder Handelsregister (Kopie, max. 1 Jahr alt). • Angabe von mindestens zwei qualifizierten Personen, die als Team während der Projektrealisierung zur Verfügung stehen. Als Mindestpersonal wird eine Person für die Projektleitung und eine weitere Person für die Vertretung der Projektleitung vorausgesetzt. • Nachweis regionaler Kenntnisse in Sachsen und Mitteldeutschland. m) Kosten für Vervielfältigungen der Vergabeunterlagen: entfällt n) Angabe der Zuschlagskriterien, sofern diese nicht in den Vergabeunterlagen genannt werden: entfällt, siehe Vergabeunterlagen Gutachten/ Studie (Wirtschaft)

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