AusschreibungsRadar — Verfahrensauszug
Planungsleistungen für die Neustrukturierung Bauhof Ruhla (Los 1 bis 3)
Stammdaten
- Auftraggeber
- Stadtverwaltung Ruhla, Ruhla
- Veröffentlicht
- 06.03.2024
- Notice-Typ
- Ausschreibung
- Verfahrensart
- Verhandlungsverfahren mit Teilnahmewettbewerb
- CPV-Code
- 71000000 — Architektur und Ingenieurwesen
- Branche
- Bauwesen & Infrastruktur
- Rechtsgrundlage
- EU-Oberschwelle
- KMU-geeignet
- Ja (laut Auftraggeber-Angabe)
Beschreibung
Die Stadt Ruhla liegt mitten im Thüringer Wald, umgeben von der einzigartigen, nachwachsenden Rohstoffquelle Holz. Ruhla war und ist mit Wald und Holz aufs engste verbunden. Das historische Stadtbild ist überwiegend geprägt von Fachwerkhäusern. Holz in Kombination mit Ton, Lehm und Stroh waren historisch die wichtigsten, lokalen Baumaterialien. An dieses baukulturelle Erbe möchte die Stadt Ruhla wieder anknüpfen, heute unter neuen Aspekten des CO2-neutralen Bauens, des aktiven Klimaschutzes, der Recyclebarkeit und der Förderung der regionalen Wirtschaft. Der Bauhof ist für eine Vielzahl wichtiger Funktionen des Erholungsortes Ruhla und seiner Ortsteile überaus wichtig. Auf Grund eines jahrzehntelangen Investitionsstaus durch fehlende öffentliche Gelder sind die Bestandsgebäude und Lagerflächen in einem ruinösen, nicht mehr wirtschaftlich zu sanierendem Zustand, Werkstattbereiche müssen gar nach einem Wasserschaden abgestützt werden. Bei der Bestandsanlage handelt es sich um eine ehern. Industriebrache. Ziele sind u.a. Schaffung rechtskonformer, zeitgemäßer Arbeitsbedingungen, Erfüllung von Arbeitsschutzauflagen, Altlastenentsorgung, Verbesserung der Funktionalität und Wirtschaftlichkeit, Aufwertung des Stadtquartiers "Bahnhofsvorstadt", barrierefreie Zugänglichkeit der Friedhofsverwaltung, Neuordnung der Lagerflächen und Außenbereiche. Die Stadt möchte durch Verwendung von regionalem Holz, als zukunftsweisendem Baustoff, ein positives Signal für klimaneutrales, öffentliches Bauen in Thüringen setzen. Das Vorhaben soll in allen Phasen beispielgebend für eine innovative Verwaltung mit regionalen Partnern im ländlichen Raum sein. Diese Bauinvestition soll die regionale Wertschöpfungskette Holz befördern. Durch die Verwendung des nachhaltigen, regionalen, CO2 bindenden Baustoffes Holz, kurze Transportwege, Aufbau und Unterstützung der regionalen Wertschöpfungskette Holz ("Holz von hier") geht eine wichtige Vorbildfunktion für andere Kommunen und für weitere öffentliche, CO2-neutrale Baumaßnahmen (Kindertagesstätten, Schulen, Verwaltungsbauten, Feuerwehren etc.) aus. Holz kann darüber hinaus ein wichtiger Innovationsmotor für neue Entwicklungen im Thüringer Wald und Thüringen werden. Die Hauptkonstruktion des neuen Bauhofes soll in einer Massivholzbauweise in Kombination mit einem ökologischen Holzrahmenbau errichtet werden. Die Architektursprache soll sich an regionalen Bautraditionen mit sägerauer vertikaler Holzschalung (Boden / Decker), Holzschindelbekleidung und auskragenden Dächern als konstruktiven Holzschutz orientieren. Durch die Verwendung natürlicher Baumaterialien wird auch Rücksicht auf die sensible Lage des Bauhofes in der Aue des Erbstroms genommen. Nachfolgende Generationen sollen einmal keine Entsorgungsprobleme haben, da die Hauptmaterialien wieder in den natürlichen Energie- und Materialkreislauf eingehen können, bzw. Altholz sogar an Wert zunimmt. Die geplante Nutzungsfläche beträgt ca. 1.260 m2. Die Brutto-Gesamtbaukosten (KG 300+400) werden auf 1.500.000,00 EUR geschätzt. Die Fläche des Baugrundstücks beträgt ca. 11.500 m2. Die im Bestand vorhandene Holzheizung soll weiter verwendet werden, da diese einen relativ modernen Standard aufweist. Durch die Stadt Ruhla ist die Nutzung von Photovoltaik-Elementen an den Gebäuden oder andere sinnvolle erneuerbare Energiequellen zur Stromerzeugung beabsichtigt.
Lose
3 Teilpositionen (in der TED-Quelle als Lots gemeldet, vermutlich Sub-Positionen — Heuristik, siehe Glossar „Teilposition").
Verfahrens-Bedingungen
- Bindefrist
- 3 MONTHS
Verfahrensverlauf — alle 2 Veröffentlichungen
- Ausschreibung
- Vergabeergebnis
Zuständige Vergabekammer (laut Bekanntmachung)
Vergabekammer des Freistaats Thüringen beim Thüringer Landesverwaltungsamt, Weimar
Angabe aus der TED-Bekanntmachung. Im Streitfall ist die tatsächlich zuständige Vergabekammer nach §§ 155 ff. GWB maßgeblich, nicht zwingend die hier genannte.