AusschreibungsRadar — Verfahrensauszug
Verhalten von Radfahrenden in komplexen Interaktionen auf Landstraßen
Stammdaten
- Auftraggeber
- Bundesanstalt für Straßenwesen, Bergisch Gladbach
- Veröffentlicht
- 16.07.2026
- Notice-Typ
- Vergabeergebnis
- Verfahrensart
- Verhandlungsverfahren ohne Aufruf zum Wettbewerb
- CPV-Code
- 73000000 — Forschung und Entwicklung
- Branche
- Bildung & Forschung
- Zuschlagswert
- 251.811 €
- Rechtsgrundlage
- EU-Oberschwelle
Beschreibung
Ausgangslage: Im Jahr 2024 wurden in Deutschland 445 Radfahrende im Straßenverkehr getötet – Tendenz steigend. Rund 40 Prozent dieser tödlichen Unfälle ereigneten sich auf Landstraßen. Vorangegangene Studien zeigen, dass insbesondere Abbiege- sowie Einbiege-/Kreuzen-Unfälle außerorts häufig auftreten und eine hohe Schwere aufweisen. Ebenso steigt die Anzahl schwerer Unfälle mit Pedelecs. Darüber hinaus wird die Anzahl und Länge von Radschnellwegen im Außerortsbereich zukünftig weiter ansteigen und zu einer höheren Verkehrsleistung im Radverkehr führen. Diese darf nicht vermehrt mit Konflikten an Knotenpunkten einhergehen. Bisher ist unzureichend untersucht, welche fehlerhaften Verhaltensweisen im Zusammenspiel mit der Infrastruktur zu diesen Unfällen führen. Ziel und Nutzen: Ziel des Forschungsvorhabens ist es, vertiefende Informationen zu Interaktionen in unfallträchtigen Situationen an Knotenpunkten und beim Queren der Fahrbahn durch Radfahrende außerorts zu gewinnen. Auf dieser Basis sollen konkrete Handlungsempfehlungen zur Reduktion von Unfallzahlen entwickelt und in nationale Regelwerke integriert werden. Im Projekt wird eine kombinierte Kfz- und Fahrradsimulatorstudie durchgeführt, um mikroanalytisch das Erleben und Verhalten beider Verkehrsteilnehmendengruppen in kritischen Interaktionen zu untersuchen. Hierzu werden der Fahr- und Fahrradsimulator der BASt zu einem Multi-Mode-Simulator vernetzt. Neben verkehrstechnischen Aspekten werden individuelle Einflussfaktoren wie Persönlichkeit, Einstellungen und soziodemografische Merkmale berücksichtigt. Die gewonnenen Daten schaffen eine belastbare Basis zur Modellierung kritischer Interaktionsmuster zwischen Rad- und Kfz-Fahrenden auf Landstraßen. Durch gezielte Variation in der Simulation können konkrete Empfehlungen zur Gestaltung von Knotenpunkten oder Überleitungsstellen abgeleitet werden, insbesondere im Hinblick auf eine mögliche Bevorrechtigung des Radverkehrs in den Regelwerken. Das Projekt leistet einen wichtigen Beitrag zur Erhöhung der Sicherheit und Attraktivität des Radverkehrs auf Landstraßen und unterstützt die Ziele des Verkehrssicherheitsprogramms des Bundes.
Vergabe-Status
- Vergabe-Status
- Vergeben – Auftragnehmer nicht genannt
Hinweis zur Stillhaltefrist (§ 134 GWB)
TED-Veröffentlichung am 16.07.2026 (8 Tage her). Theoretische Höchstfristen: 10 Tage (elektronisch, spätestens 26.07.2026) oder 15 Tage (postalisch, spätestens 31.07.2026).
Hinweis: Maßgeblich für den Fristbeginn ist der Tag der Information durch den Auftraggeber, nicht das TED-Datum. Die Information kann mehrere Tage vor der Veröffentlichung erfolgt sein.
Zuständige Vergabekammer (laut Bekanntmachung)
Bundeskartellamt, Bonn
Angabe aus der TED-Bekanntmachung. Im Streitfall ist die tatsächlich zuständige Vergabekammer nach §§ 155 ff. GWB maßgeblich, nicht zwingend die hier genannte.
Bieter (1)
- Würzburger Institut für Verkehrswissenschaften GmbH (Veitshöchheim)