AusschreibungsRadar — Verfahrensauszug
Freiraumplanerischer Realisierungswettbewerb "Alter Markt und Johann-Peter-Boelling-Platz" in Mönchengladbach mit Teilnahmewettbewerb
Stammdaten
- Auftraggeber
- Stadt Mönchengladbach, Kreisfreie Stadt, Der Oberbürgermeister
- Veröffentlicht
- 12.03.2025
- Notice-Typ
- Ausschreibung
- Verfahrensart
- Nicht offenes Verfahren
- CPV-Code
- 71222000 — Architektur und Ingenieurwesen
- Branche
- Bauwesen & Infrastruktur
- Geschätzter Wert
- 11.300 €
Beschreibung
Der Alte Markt ist das historische Zentrum der Altstadt. Als identitätsstiftender und zentraler Platz spielt er eine besondere Rolle für die gesamte Stadt und ist der Mittelpunkt des gesellschaftlichen und städtischen Lebens. Die aktuelle Gestaltung des Alten Marktes erfüllt nicht die Ansprüche, die an ein lebendiges Zentrum und einen Ort mit hoher Aufenthaltsqualität für die Öffentlichkeit gestellt werden. Der Alte Markt wird aktuell durch die für den beidseitigen Linienbusverkehr ausgelegte Fahrspur sowohl räumlich als auch optisch begrenzt. Die breite Fahrbahn stellt eine Barriere dar, Verbindungen zu bedeutsamen angrenzenden Straßen und Plätzen wie zur Waldhausener Straße, zum Edmund-Erlemann-Platz, zum Rathaus Abtei sowie weiteren angrenzenden Altstadtstraßen sind unterbrochen und optisch vom Platz getrennt. Die Befahrbarkeit des Marktplatzes und das Vorhalten von Stellflächen negieren zusätzlich seine eigentliche Funktion als Stadtplatz. Ein Großteil der verkehrsfreien Platzfläche wird fast ganzjährig durch die Außengastronomie der dort ansässigen Lokale beansprucht. Für einzelne, über das Jahr verteilte größere Veranstaltungen auf dem Alten Markt muss diese Fläche geräumt werden und steht der Außengastronomie nicht zur Verfügung. Angebote für den unkommerziellen Aufenthalt bietet der Alte Markt nicht. In der derzeitigen Raumaufteilung können die bestehenden Nutzungskonflikte zwischen Veranstaltungen, Außengastronomie und dem gleichzeitigen Vorhandensein konsumunabhängiger Aufenthaltsangebote nicht gelöst werden. Mit der Beschlussfassung zur vollständigen Verlagerung des Linienbusverkehrs von der Hindenburgstraße auf die nördlich verlaufende Viersener Straße/Steinmetzstraße wurde der Grundstein gelegt, um den Alten Markt in seiner Funktion als zentralen Altstadtplatz zu stärken, an veränderte Nutzungsbedingungen anzupassen und zukunftsfähig aufzustellen. Hierzu sind sowohl gestalterische Maßnahmen, wie beispielsweise zusätzliche Begrünungen und die Herausarbeitung besonderer Altstadtqualitäten, als auch eine effiziente Raumaufteilung zugunsten der unterschiedlichen Nutzungsansprüche für die Planung von besonderer Bedeutung. Der Alte Markt soll künftig noch stärker zu einem lebendigen, pulsierenden öffentlichen Raum werden, der Strahlkraft auf die gesamte Innenstadt entfaltet. Der Altstadtcharakter des Alten Marktes soll im Rahmen der Gestaltung weiter hervorgehoben und gestärkt werden. Mit der Herausnahme des Linienbusverkehrs aus dem Alten Markt und der Hindenburgstraße sowie der Reduzierung auf eine für Ver- und Entsorgung und Rettungsfahrzeuge notwendige Erschließungsfunktion, wird die nutzbare Fläche des Alten Marktes deutlich größer, so dass eine größere Veranstaltungs- und Aufenthaltsfläche ohne Einschränkungen für die Gastronomie entstehen kann. Ziel ist es, einen gestalterisch und funktional überzeugenden Entwurf zu entwickeln, der die bestehenden Funktionsschwächen des Alten Marktes behebt und einen effektiven Beitrag zur Klimaanpassung und Mobilitätswende leistet. Es ist eine räumliche Struktur zu entwerfen, die mit einer überzeugenden Gestaltung vielfältige Nutzungen ermöglicht, welche die unterschiedlichen Bedürfnisse aufnimmt und parallel nebeneinander auch saisonal bestehen lässt. Als öffentlicher Stadtplatz soll der Alte Markt ein Ort der Begegnung und des Austauschs sein, der Menschen zum Verweilen und zur Bewegung einlädt und das historische Ensemble an der Citykirche funktional und gestalterisch einbindet. Es soll ein Platz mit einer hohen gestalterischen Qualität entstehen, der inklusiv und multifunktional nutzbar ist sowie die unterschiedlichen Anforderungen als Kommunikations- und Treffpunkt, als Aufenthalts- und Bewegungsfläche und als klimawirksamer Freiraum erfüllt. — Anders als der Alte Markt hat der Johann-Peter-Boelling-Platz einen eher introvertierten Charakter. Er ist ein Platz in der „zweiten Reihe“, gelegen hinter dem Bekleidungskaufhaus Peek & Cloppenburg und dem Q-Park an der Abteistraße zwischen dem Museum Abteiberg, dem Haus Erholung und dem HUMA. In seiner heutigen Gestaltung ist er als Platzanlage kaum wahrnehmbar. Stark zergliedert und vor allen Dingen stark dominiert von einer Tiefgarageneinfahrt weist er kaum Aufenthaltsqualitäten auf. Seiner Funktion als Entrée und Vorplatz der anliegenden Nutzungen wird er nicht gerecht. Dies ist mit Blick auf die wichtigen verbindenden Funktionen, die der Platz innehat, eine große Schwäche. Der Bereich vermittelt nicht nur zwischen dem Sonnenhausplatz, dem Haus Erholung, dem Museum Abteiberg und dem HUMA, sondern auch zwischen der Hindenburgstraße und dem Alten Markt. Daher ist eine Aufwertung bzw. Neuordnung essentiell, um die Synergieeffekte zwischen den unterschiedlichen Nutzungen optimal auszuschöpfen. Es gilt, den Johann-Peter-Boelling-Platz als wichtigen Platz zwischen Innenstadt und Altstadt städtebaulich neu zu inszenieren und unter Gesichtspunkten wie der Anpassungen an den Klimawandel und den Anforderungen an eine neue Mobilität nachhaltig zu gestalten. Ziel ist es, die Besonderheiten der oberen Abteistraße stärker als bisher in Szene zu setzen und sie mit den umliegenden Räumen zu vernetzen. Dabei ist auch eine Auseinandersetzung mit dem Verlauf der historischen Stadtmauer in Nord-Süd-Richtung gewünscht. Darüber hinaus bietet sich durch die Verlagerung der Tiefgarageneinfahrt an den nördlichen Platzrand die Möglichkeit, den Johann-Peter-Boelling-Platz von der Dominanz der Tiefgarageneinfahrt gestalterisch zu befreien. Mit der Verlagerung ergibt sich auf der Platzfläche des Johann-Peter-Boelling-Platzes mehr Raum für weitere Funktionen wie Aufenthalt, Grünraum etc. und damit die Chance, die heutige reine Verkehrsfunktion der Aufenthaltsqualität unterzuordnen. Im Zuge der geplanten Sanierung und Modernisierung der Tiefgarage können hier auch Stellplätze für Besucher und Angestellte des Haus Erholung und Lehrende des HUMA angeboten werden. Damit kann die Stellplatzanlage am Haus Erholung entfallen und die Fläche in die Freiraumplanung einbezogen werden. Ziel ist hier die Schaffung einer freiräumlichen Anbindung des Johann-Peter-Boelling-Platzes an den im Osten angrenzenden Hans-Jonas-Park. Auch die Grünfläche am Museum Abteiberg soll im Rahmen des Wettbewerbs mit betrachtet und beplant werden. Da eine bauliche Erweiterung des Museums derzeit nicht absehbar ist, soll die Fläche aufgewertet und Bestandteil der Gesamtkonzeption für den Johann-Peter-Boelling-Platz werden. Der räumliche und inhaltliche Bezug zum Museum Abteiberg ist dabei herauszustellen. Auch die Themen Beleuchtung und Illumination sollen in den Blick genommen werden. Im Hinblick auf eine mögliche zukünftige Bebauung sollen Raumkanten zum Platz hin sinnvoll (neu) definiert werden. Auch ist zu berücksichtigen, dass der neu gestaltete Johann-Peter-Boelling-Platz mit einer ggf. späteren baulichen Inanspruchnahme der Potenzialfläche ein stimmiges Gesamtbild abgibt. Ausstattung und Bepflanzungen sind so zu wählen, dass sie eine zukünftige bauliche Inanspruchnahme nicht erschweren. Die beiden auf der Fläche vorhandenen Kunstwerke sollen erhalten und stimmig in die Planung integriert werden. Es wird klarstellend darauf hingewiesen, dass ausdrücklich keine Ideen für einen Baukörper an der Stelle zu entwickeln sind.
Vergabe-Status
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