Die Gießener Kongresshalle wurde nach einem Entwurf des schwedischen Architekten Sven Markelius in den Jahren 1962-64 gebaut. Der Bestand wurde seither gut gepflegt und in Teilen umgebaut, entspricht aber strukturell nicht mehr den Anforderungen eines modernen Kongressbetriebs. Die Funktion der Kongresshalle als zentrales Bürgerhaus und Versammlungsort soll erhalten, gleichzeitig aber auch als Ort für kommerzielle, überregional kulturelle, soziale und politische Veranstaltungen sowie für Tagungen und Kongresse gestärkt werden. Insbesondere die kleineren Versammlungs- und Veranstaltungsräume sind für den Veranstaltungsbetrieb in den großen Sälen und als Versammlungsort der Vereine, Initiativen, Parteien immer wichtiger geworden, da sonst fast keine geeigneten Räume im Innenstadtbereich zur Verfügung stehen. Daher erfordert die Umsetzung der gefundenen Lösung die behutsame Rücksichtnahme auf die stadtentwicklungspolitischen und städtebaulich zu lösenden Problemstellungen. Besonders zu beachten sind hierbei der Denkmalschutz des Ensembles sowie die Priorität des laufenden Betriebs und dem damit einhergehenden Publikumsverkehr. Als Sieger eines nicht-offenen zweiphasigen Realisierungswettbewerbs erhielt das Büro Meurer Architekten 2019 den Planungsauftrag für die Neustrukturierung der Kongresshalle, den daraus folgenden Umbau sowie einer baulichen Ergänzung. Der erste Bauabschnitt wurde bereits realisiert; aktuell befindet sich das Projekt im zweiten von bisher elf Bauabschnitten. Seit 2022 sind die Bauarbeiten unterbrochen, da bei den Grabungsarbeiten zur Foyererweiterung (BA 2) Fundamente einer historischen Synagoge gefunden wurden. In Zusammenarbeit mit der Jüdischen Gemeinde Gießen, dem Denkmalschutz und der Stadt Gießen wurde daraufhin ein Konzept für die Errichtung eines Gedenkortes erarbeitet und präsentiert. Das Konzept befindet sich derzeit bereits in baulicher Umsetzung und ist nicht Teil der zu beauftragenden Leistung. Die Entwurfsplanung für die restlichen B