Die Gießener Kongresshalle wurde nach einem Entwurf des schwedischen Architekten Sven Markelius in den Jahren 1962-64 gebaut. Der Bestand wurde seither gut gepflegt und in Teilen umgebaut, entspricht aber strukturell nicht mehr den Anforderungen eines modernen Kongressbetriebs. Die Funktion der Kongresshalle als zentrales Bürgerhaus und Versammlungsort soll erhalten, gleichzeitig aber auch als Ort für kommerzielle, überregional kulturelle, soziale und politische Veranstaltungen sowie für Tagungen und Kongresse gestärkt werden. Insbesondere die kleineren Versammlungs- und Veranstaltungsräume sind für den Veranstaltungsbetrieb in den großen Sälen und als Versammlungsort der Vereine, Initiativen, Parteien immer wichtiger geworden, da sonst fast keine geeigneten Räume im Innenstadtbereich zur Verfügung stehen. Daher erfordert die Umsetzung der gefundenen Lösung die behutsame Rücksichtnahme auf die stadtentwicklungspolitischen und städtebaulich zu lösenden Problemstellungen. Besonders zu beachten sind hierbei der bestehende Denkmalschutz der Kongresshalle sowie die Priorität des laufenden Betriebs und dem damit einhergehenden Publikumsverkehr. Im Rahmen eines nicht offenen, zweiphasigen Realisierungswettbewerbs im Jahr 2018 wurde ein Lösungsvorschlag für die Neustrukturierung der Kongresshalle sowie den daraus folgenden Umbau und einer baulichen Erweiterung gefunden. Der Planungsauftrag wurde 2019 erteilt; seit 2020 ist der erste Bauabschnitt realisiert. Aktuell befindet sich das Projekt im zweiten von derzeit elf geplanten Bauabschnitten. Seit 2023 sind die Bauarbeiten unterbrochen, da bei den Grabungsarbeiten zur Foyererweiterung (2. Bauabschnitt), Fundamente der historischen Synagoge gefunden wurden. Dies erfordert die Anpassung der Planung des Erweiterungsbaus. In der Zusammenarbeit mit der Jüdischen Gemeinde der Stadt Gießen, dem Denkmalschutz und der Stadt Gießen wurde diesbezüglich ein Konzept für die Errichtung eines Gedenkortes erarbeitet und präsentiert. Dieser