VEAT — Direktvergabe-Ankündigung

Eine Voluntary Ex-Ante Transparency Notice (VEAT) ist die freiwillige Ankündigung einer Direktvergabe ohne Wettbewerb. Mitbewerber können in einer 10-tägigen Stillhaltefrist Einspruch einlegen.

Eine VEAT — Voluntary Ex-Ante Transparency Notice (in TED auch „dir-awa-pre" genannt) ist eine besondere Form der Vergabebekanntmachung. Der Aufgeber kündigt damit an, dass er einen Auftrag ohne öffentliche Ausschreibung direkt an einen einzelnen Bieter vergeben will. Es handelt sich um die Vorab-Ankündigung einer Direktvergabe.

Wann gibt es eine VEAT?

Direktvergaben sind nach §§ 14 ff. VgV / § 8 UVgO nur in Ausnahmefällen zulässig — z.B. wenn nur ein bestimmter Bieter die Leistung technisch erbringen kann, bei dringenden Notfällen oder bei sehr niedrigen Auftragswerten. Damit der Aufgeber sich rechtlich absichert und Mitbewerbern die Möglichkeit zum Einspruch gibt, kann er die Direktvergabe vorab über eine VEAT-Notice öffentlich machen.

Stillhaltefrist — die 10-Tage-Regel

Nach Veröffentlichung einer VEAT-Notice gilt eine Wartefrist von 10 Kalendertagen (§ 135 Abs. 3 Nr. 3 GWB). In diesem Zeitfenster kann jeder potenzielle Mitbewerber bei der zuständigen Vergabekammer ein Nachprüfungsverfahren einleiten. Die Frist ist EU-rechtlich harmonisiert (Richtlinie 2007/66/EG).

Schließt der Auftraggeber den Vertrag frühestens 10 Kalendertage nach der VEAT-Veröffentlichung, ist die spätere Feststellung der Unwirksamkeit nach § 135 GWB ausgeschlossen. Ein Abschluss vor Fristablauf ist möglich, verliert aber diesen Schutz. AusschreibungsRadar berechnet die Frist automatisch aus dem TED-Veröffentlichungs-Datum und zeigt einen Countdown auf der Notice-Detail-Seite.

Was Bieter tun sollten

Wenn Sie der Meinung sind, dass die Direktvergabe rechtlich nicht zulässig ist (z.B. weil Sie die Leistung ebenfalls anbieten könnten), sollten Sie:

  • Die VEAT genau prüfen — ist die rechtliche Begründung in der Notice nachvollziehbar?
  • Innerhalb der 10-Tage-Frist eine Rüge beim Aufgeber einlegen und gleichzeitig ein Nachprüfungsverfahren bei der Vergabekammer beantragen
  • Anwaltliche Beratung einholen — die Rüge muss formal korrekt sein

Warum AusschreibungsRadar VEATs hervorhebt

Die meisten Vergabeplattformen behandeln VEATs wie normale Bekanntmachungen. Da die Stillhaltefrist aber zeitkritisch ist (nur 10 Tage), zeigt AusschreibungsRadar VEAT-Notices mit einem auffälligen Hinweis-Block samt Countdown an. So sehen Sie sofort:

  • dass es sich um eine Direktvergabe handelt (nicht um einen offenen Wettbewerb)
  • wie lange die Stillhaltefrist noch läuft
  • wer der geplante Auftragnehmer ist (sofern in TED angegeben — ist nur in ~11 % der VEATs der Fall)

Stand AusschreibungsRadar

Mehrere Tausend VEAT-Notices sind in der Datenbank erfasst. Sie sind über die Suche normal auffindbar und auf der jeweiligen Notice-Detail-Seite mit dem orangen „Direktvergabe-Ankündigung"-Block markiert.

Verwandte Begriffe

Jetzt Ausschreibungen finden

📬

Passende Ausschreibungen finden

Erhalten Sie relevante öffentliche Aufträge direkt per E-Mail — kostenlos und unverbindlich.

Oder richten Sie ein personalisiertes Suchprofil ein →