Ausgangssituation: Im ehemaligen Steinkohlerevier Zwickau fand bis in die 1970er Jahre Bergbau statt. Infolge der Einstellung der für den Betrieb notwendigen Wasserhaltung steigt der Grundwasserspiegel in dem Revier wieder an bzw. ist weitestgehend abgeschlossen. Der Freistaat Sachsen betreibt am Becherteich in Zwickau im Rahmen der Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit eine Pumpanlage als Einrichtung zur Gefahrenabwehr nach § 4 Sächsische Hohlraumverordnung. Ziel der Wasserhaltung ist die Abwehr von Gefährdungen durch das ansteigende Grundwasser und die Minimierung von Risiken für den Schutz der Wohnbebauung und der Infrastrukturanlagen durch Vernässung. Eine Folge des früheren Bergbaus in der sogenannten Bockwaer Senke ist die Absenkung der Geländeoberfläche durch den Bergbau um ca. 18 m gegenüber vorbergbaulichem Niveau. In der bergbaubedingt entstandenen Geländedepression tritt das aufsteigende Grundwasser im tiefsten Punkt zu Tage, wird dort im sogenannten Becherteich gesammelt und in die Vorflut, die Zwickauer Mulde, abgeleitet. Ohne den Betrieb der Pumpstation würde sich in der Bockwaer Senke eine freie Wasserfläche (Polder) ausbilden. Der Freistaat Sachsen hat zur Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit im Jahr 1992 die Pflicht zum Betrieb der Pumpanlage "Becherteich" in Zwickau-Bockwa übernommen. Die Pumpanlage läuft seit dem Zeitpunkt der Errichtung havariefrei. Die Pumpenleistung hatte der Be-treiber im Jahr 1992 nach den bis heute geltenden technischen Regeln auf mittlere Nieder-schlagsmengen bemessen. Nach extremen Niederschlagsereignissen können sich im Umfeld des Becherteiches, aber ebenso in anderen Tieflagen der Bockwaer Senke temporär freie Was-serflächen ausbilden. Dazu kann es zu einer Vernässung von Grundstücken und der angren-zenden Bebauung kommen. Die Anlage pumpte im Jahr 2022 durchschnittlich täglich zwischen 4.350 m³ Wasser in die Mulde ab. In den Hochwasserjahren 2002 und 2013 lag der Tagesdurchschnitt bei ca. 6.500 m³ (auf das Ja