AusschreibungsRadar — Verfahrensauszug
Betrieb einer Pumpstation Becherteich in Zwickau-Bockwa
Stammdaten
- Auftraggeber
- Sächsisches Oberbergamt, Freiberg
- Veröffentlicht
- 03.11.2023
- Frist (Submission)
- 05.12.2023
- Notice-Typ
- Ausschreibung
- Verfahrensart
- Offenes Verfahren
- CPV-Code
- 71700000 — Architektur und Ingenieurwesen
- Branche
- Bauwesen & Infrastruktur
- Rechtsgrundlage
- EU-Oberschwelle
Beschreibung
Ausgangssituation: Im ehemaligen Steinkohlerevier Zwickau fand bis in die 1970er Jahre Bergbau statt. Infolge der Einstellung der für den Betrieb notwendigen Wasserhaltung steigt der Grundwasserspiegel in dem Revier wieder an bzw. ist weitestgehend abgeschlossen. Der Freistaat Sachsen betreibt am Becherteich in Zwickau im Rahmen der Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit eine Pumpanlage als Einrichtung zur Gefahrenabwehr nach § 4 Sächsische Hohlraumverordnung. Ziel der Wasserhaltung ist die Abwehr von Gefährdungen durch das ansteigende Grundwasser und die Minimierung von Risiken für den Schutz der Wohnbebauung und der Infrastrukturanlagen durch Vernässung. Eine Folge des früheren Bergbaus in der sogenannten Bockwaer Senke ist die Absenkung der Geländeoberfläche durch den Bergbau um ca. 18 m gegenüber vorbergbaulichem Niveau. In der bergbaubedingt entstandenen Geländedepression tritt das aufsteigende Grundwasser im tiefsten Punkt zu Tage, wird dort im sogenannten Becherteich gesammelt und in die Vorflut, die Zwickauer Mulde, abgeleitet. Ohne den Betrieb der Pumpstation würde sich in der Bockwaer Senke eine freie Wasserfläche (Polder) ausbilden. Der Freistaat Sachsen hat zur Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit im Jahr 1992 die Pflicht zum Betrieb der Pumpanlage "Becherteich" in Zwickau-Bockwa übernommen. Die Pumpanlage läuft seit dem Zeitpunkt der Errichtung havariefrei. Die Pumpenleistung hatte der Be-treiber im Jahr 1992 nach den bis heute geltenden technischen Regeln auf mittlere Nieder-schlagsmengen bemessen. Nach extremen Niederschlagsereignissen können sich im Umfeld des Becherteiches, aber ebenso in anderen Tieflagen der Bockwaer Senke temporär freie Was-serflächen ausbilden. Dazu kann es zu einer Vernässung von Grundstücken und der angren-zenden Bebauung kommen. Die Anlage pumpte im Jahr 2022 durchschnittlich täglich zwischen 4.350 m³ Wasser in die Mulde ab. In den Hochwasserjahren 2002 und 2013 lag der Tagesdurchschnitt bei ca. 6.500 m³ (auf das Jahr bezogen). Im Hochwassermonat Juni 2013 pumpte die Anlage ca. 480.000 m³ ab. Das entspricht einem Tagesdurchschnitt von ca. 16.000 m³. Im 1. Quartal 2023 wurden 249.638 m³ Wasser abgepumpt. Dies entspricht einem Tagesdurchschnitt von 2.804 m³. Die Pumpstation "Becherteich" in Zwickau-Bockwa ist ausgerüstet mit zwei Tauchmotorpumpen des Types KRTK 150-325/284 U2 G2. Die max. Förderleistung für beide Pumpen beträgt zusammen 570 m³/h. Zur Pumpstation "Becherteich" gehören neben der eigentlichen Pumpanlage ein Sammelbecken (der Becherteich), mehrere oberirdische Wasserbauwerke sowie mehrere Zu- und Ableiter. Leistungsgegenstand/Aufgabenstellung: Die Leistung beinhaltet die Betriebsführung zur Wasserhaltung für die Pumpstation in Zwickau und im Kern das Betreiben der Pumpstation "Becherteich". Der Auftragnehmer (AN) hat ganzjährig und über 24 Stunden täglich für einen reibungslosen und störungsfreien Pumpenbetrieb zu sorgen. Im Rahmen des Regelbetriebes gehören hierzu neben regelmäßigen Befahrungen, Kontrollen und Funktionsprüfungen der gesamten Anlage (Pump-station, zugehörige Wasserbauwerke, Zu- und Ableiter, etc.) alle erforderlichen Wartungen der Anlage sowie alle notwendigen Reinigungs- und Reparaturarbeiten. Weiterhin hat der AN bei Auftreten von Störungen, Havarien oder auch Starkniederschlags- bzw. Hochwasserereignissen das gesamte Havarie- bzw. Krisenmanagement zu übernehmen sowie alle erforderlichen Maßnahmen zur Gefahrenabwehr einzuleiten und zu überwachen. Da die Pumpstation über keinen nennenswerten Stauraum verfügt, muss im Störungs- bzw. Havariefall (Ausfall der Pumpen) innerhalb weniger Stunden die Wiederaufnahme des Pumpbetriebes garantiert sein. Die Strombeschaffung erfolgt durch den Auftraggeber (AG). Die Kontrolle des Stromverbrauchs erfolgt durch den AN. Der AN hat alle relevanten Betriebsdaten und Ereignisse digital zu erfassen, zu speichern, aus-zuwerten und zu übertragen (digitales Datenmanagement). Alle betriebsbezogenen Daten hat der AN aufzubewahren und vorzuhalten. Dies schließt das Entgegennehmen und Weiterleiten von Störungs- bzw. Havariemeldungen ein. Den laufenden Betrieb der Anlage hat der AN fortlaufend zu dokumentieren (Führung eines Be-triebstagebuches o. ä.). Hierzu gehören desgleichen alle Befahrungen und Kontrollen, alle Reparaturen und Wartungen, alle Störungen und Havarien sowie alle Starkniederschlags- und Hochwasserereignisse. Dem AG hat er hierüber quartalsweise schriftlich zu berichten. Spezielle Arbeiten (z. B. das Warten der Pumpen) kann der AN an qualifizierte (zertifizierte) Fachfirmen vergeben und diese nach Abstimmung mit dem AG als Nachauftragnehmer binden. Der AG gestattet dem AN aber nicht, die Leistungen zum Betrieb der Pumpstationen insgesamt oder größtenteils an einen Nachauftragnehmer zu vergeben. Leistungszeitraum sind die Kalenderjahre 2024 und 2027 (4 Jahre). Der AG behält sich bei Vorliegen der rechtlichen Voraussetzungen die max. zweimalige vertragliche Verlängerung der Leistung um jeweils ein Kalenderjahr vor. im Übrigen: siehe Vergabeunterlagen (Leistungsbeschreibung)
Vertragslaufzeit
- Beginn
- 01.01.2024
- Ende
- 31.12.2027
Verfahrensverlauf — alle 2 Veröffentlichungen
- Ausschreibung · Frist: 05.12.2023
- Vergabeergebnis
Zuständige Vergabekammer (laut Bekanntmachung)
1. Vergabekammer des Freistaates Sachsen bei der Landesdirektion Sachsen, Leipzig
Angabe aus der TED-Bekanntmachung. Im Streitfall ist die tatsächlich zuständige Vergabekammer nach §§ 155 ff. GWB maßgeblich, nicht zwingend die hier genannte.